Die (Erfolgs-)Geschichte Seerücken-Komitee

1998      
Rosmarie Blaser, Altnau, Hannes Stricker, Kesswil und Walo Abegglen, Kreuzlingen lancieren die Petition gegen die Hochleistungsstrasse T13. Die T13, ein 23 km langes Asphaltband mitten durch die schützenswerte Seerückenlandschaft, sollte die A7 (ab Kreuzlingen) und den A1-Zubringer in Frasnacht verbinden.

1999

Im November finden sich zirka 30 Leute im Restaurant Seemöve in Güttingen ein und
gründen das Komitee zum Schutz des Seerückens. Hannes Stricker, Walo Abegglen und Elsa Hauser, Güttingen werden zum Co-Präsidium gewählt. Regula Högger aus Güttingen wird Aktuarin und Jürgen Keller, Güttingen übernimmt das Kassieramt.
2001

Am 10. Juni stimmt Kreuzlingen über die Südspange ab. Die Südspange, welche den ersten Kilometer der T13 darstellen würde, galt bei der Kantonsregierung als unbestritten. Umso überraschter, wenn nicht gar geschockt, war das politische Etablissement und die Strassenbaulobby über den heftigen Widerstand im Vorfeld dieser Abstimmung.
Dorena Raggenbass, Jost Rüegg, Walo Abegglen, Klemenz Somm und natürlich viele Helferinnen und Helfer initiierten wohl die originellste und aufwendigste Abstimmungskampagne, welche eine Gemeinde im Thurgau je erlebt hatte. Pressekonferenzen, ein Vortrag von Professor Dieter Steiner aus Zürich, eine Velostafette von Romanshorn nach Kreuzlingen mit über 250 TeilnehmerInnen und Referat von Nationalrat Ruedi Aeschbacher, eine Bauerndemo mit Schauwagen und Blumengeschmückten Traktoren, ein „Rock sprengt Beton“ Live-Konzert in der Cafebar FAX und und und und … Die grosse Ernüchterung: Die Abstimmung wurde mit einem Nein-Stimmenanteil von 47.9 % knapp verloren. Vielleicht war jene ausstrahlungsstarke Kampagne dennoch das Fundament für den Erfolg bei der kantonalen Abstimmung über die Südumfahrung Kreuzlingen vier Jahre später?! An der Jahresversammlung des Komitees zum Schutz des Seerückens wird Klemenz Somm, Kreuzlingen zum Co-Präsidenten gewählt. Er bildet das neue Präsidium gemeinsam mit Hannes Stricker.
2002

Das Bundesgericht stützt die WWF-Einsprache gegen die Südspange – der Strassenabschnitt darf nicht gebaut werden!
Ursula Höhn und Jürg-Peter Huber aus Altnau lancieren das Projekt „Lebensgeister wecken“. Künstlerinnen und Künstler erstellen entlang dem geplanten T13 Strassenverlauf Objekte, welche unseren Widerstand auf sinnliche und spielerische Art manifestieren.
2003
Maya Iseli, Romanshorn löst Hannes Stricker im Co-Präsidium ab. Das Komitee zum Schutz des Seerückens überrascht die Öffentlichkeit mit einer Standpräsenz an der Gewerbeausstellung in Kreuzlingen. Die Studie „Verkehrserschliessung Oberthurgau“ rät von durchgehenden Achsen (T13 und T14) ab und empfiehlt die Lösung „Z“ mit einer Südumfahrung von Kreuzlingen und einer Nordumfahrung von Amriswil. Die T13 liegt im Komma.
2004

Regierungsrat Ruprecht veröffentlicht die Botschaft zur geplanten Richtplanänderung. Anstelle der T13 soll die T14 (Thurtalachse) gebaut werden. Die T13 wurde halbiert, heisst jetzt Südumfahrung Kreuzlingen und führt mitten durch die Gemeinde Münsterlingen! Am 21. März 2004 findet die erste Südumwanderung statt. Der engagierte Kampf gegen die Verstrassung des Thurgaus beginnt politische Früchte zu tragen: Die Grüne Fraktion gewinnt bei den Kantonsratwahlen 5 zusätzliche Mandate und besteht neu aus 13 Mitgliedern. Der Stimmenanteil der Grünen im Bezirk Kreuzlingen betrug noch nie erreichte 12.7 %.
  
2005
Am 9. März kippt der Grosse Rat die T13 aus dem Richtplan und genehmigt die Netzbeschlüsse zur T14 und zur Südumfahrung Kreuzlingen. Aufgrund der Wichtigkeit des Geschäfts und weil ein Referendum vermieden werden soll, werden beide Beschlüsse einer Volksabstimmung unterstellt. Der Abstimmungskampf kann beginnen! Das Komitee zum Schutz des Seerückens tritt aus taktischen Gründen in die zweite Reihe zurück. Dieselben Leute allerdings gründen mit Unterstützung der Gemeinden Langrickenbach, Lengwil und Münsterlingen, diversen Interessengemeinschaften, den Bauern der Region und engagierten Jugendlichen das Komitee „Südumfahrung Nein“. Der strategische Ausschuss dieses Komitees setzt sich aus Marion Theler, Bottighofen, Ueli Ulmer, Landschlacht, Walo Abegglen und Klemenz Somm zusammen. Mit Strassenaktionen, Info-Mobil, Flugblättern, Trasse-Visualisierung, Inseraten, Web-Film und vor allem unendlich viel Herzblut gelingt es das Thurgauer Stimmvolk zu überzeugen. Die Südumfahrung Kreuzlingen wird am 25. September vom Souverän deutlich abgelehnt. 55 % betrug der Nein-Stimmenanteil! Im November übernehmen Jana Brönimann, Zuben und Tobias Richter aus Altnau das Präsidium des Komitees zum Schutz des Seerückens.
2007
An der Generalversammlung im November übernimmt Ueli Ryter das Präsidium.  
 
 

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